Mit Schweizer Käse in den Abend: Chäsplättli

Käse aus der Schweiz, ein Hochgenuss

„Ich mach noch schnell eine Käseplatte fertig!“  – diesen Satz kennen wir alle. Eine Einladung zum Weinabend, ein kurzfristiger Besuch von Freunden – Käse ist „Everybody’s Darling“ und so auch immer ein willkommenes Essen! Doch welcher Käse soll es sein? Hier kann es schnell schwierig werden, das Angebot ist sehr groß und die Qualität sehr unterschiedlich. Es lohnt, sich einzulesen in ein paar wenige Klassiker, die auf keinem „Chäsplättli“ fehlen sollten. Denn es sollte in jedem Fall auch ein Schweizer Käse dabei sein!

 

Chäsplättli – große Traditionen aus dem Genussland Schweiz

 

 

Werbung – Schweizer Käse. Dieser Beitrag entstand im Rahmen des Blog-Events von Zorra, die in Kooperation mit dem Käseland Schweiz dazu einlud, ein Chäsplättli zu arrangieren. Nun ja – wir sind echte Käseliebhaber. Uns um ein Testpaket zu bewerben, war uns eine Herzensangelegenheit. Umso begeisterter waren wir, als wir die Zusage erhielten!

 

 

Das Paket kam gekühlt mit der Post und hatte folgende (kostenlose) Überraschungen für uns bereit:

  • Appenzeller Mild Würzig
  • Le Gruyére AOP
  • Schweizer Emmentaler AOP
  • Tête de Moine AOP
  • Sbrinz AOP
  • Vacherin Fribourgeois AOP
  • und Tomme Vaudoise.

Wir haben etwas recherchiert, um die einzelnen Sorten besser kennenzulernen. Was total interessant war, denn eigentlich dachten wir, wir würden schon ziemlich viel wissen über die Klassiker aus der Schweiz. Doch weit gefehlt. Es sind die Details, die diese regional verwurzelten Käsesorten ausmachen. Handarbeit, Leidenschaft und ganz viel Wissen steckt in der Käserei, die in der Schweiz eine besonders lange Tradition hat.

Die geschützte Ursprungsbezeichnung AOP (Appellation d’Origine Protégée) bietet Gewähr, dass die Qualitätsprodukte im Ursprungsgebiet erzeugt, verarbeitet und veredelt worden sind. Zudem verpflichten sich die  Käsemeister freiwillig zum „Schweizer Reinheitsgebot“ und verzichten auf jegliche Zusatzstoffe. Nach dem strengen Branchenkodex sind nur Milch, Milchsäurekulturen, Lab, Salz und je nach Sorte ausgewählte Kräuter oder bei Weichkäsen Schimmelkulturen erlaubt.

 

Vorbereitungen für ein Chäsplättli

Und wir haben uns Gedanken gemacht, wie wir unser Chäsplättli wohl anrichten könnten und kamen auf ein sehr altes Küchenbrett aus Familienbesitz. Bereits meine Großmutter hatte damit gekocht und es auf ihrem Bauernhof im täglichen Gebrauch. Ich habe es vor ein paar Jahren „retten“ und es trotzdem nie richtig verwenden können. Jetzt sollte es zum Einsatz kommen. Meine Oma hätte sich sicher sehr gefreut!

Kombiniert haben wir die rot-leuchtende Schweizer Flagge und den goldfarbenen Käse mit einem hellen Blau. Nein, nicht wirklich bayerisch. Obwohl das auch gut zu uns passen würde, hier in Franken. Doch findet Ihr nicht auch, dass die Keramikteller und das leichte, sommerliche Baumwolltuch gut zum Käse passen? Als Servietten gab dann wieder die Farben weiß und rot … sehr harmonisch.

VORSICHT LIEBE SCHWEIZER:

… und jetzt bitte ganz tapfer sein, meine Lieben. Ein Teil unserer Gäste hatte sich lieber ein kühles Fest- und Weißbier eingeschenkt – und man ist sich sicher: es passt perfekt zum Schweizer Käse!

 

Ein frisches Bier zum Schweizer Käse

Essen mit Freunden: eine Käseplatte ist immer eine gute Idee

 

 Schweizer Käse – das haben wir gelernt:

Le Gruyére AOP  – der Klassiker aus der Dorfkäserei

Für unsere Recherchen zu diesem Käse sind wir auf diese Website gegangen. Sie ist sehr ausführlich gegliedert in Erklärungen zu den verschiedenen Sorten, zur Herstellung und zu Kochrezepten.

Unser Testkäse ist ein „Le Gruyére AOP RESERVE, also mindestens 10 Monate gereift. Er hat einen intensiveren Charakter  als der normale und ist besonders aromatisch im Geschmack. Bei unserer Verkostung waren wir sofort begeistert. Wir haben ihn aus der Folie genommen und eine gute  Stunde atmen lassen. Als unsere Gäste kamen,  war er perfekt temperiert und ein außergewöhnlicher Genuss!  Begleitend hatten wir süß-scharfen Feigensenf, frische Birnen und ein hausgemachtes Chutney mit Schattenmorellen.

Perfekt zu Käse: Sauerkirsch-Chutney hausgemacht. Rezept hier im Blog

Zutaten für ein Chutney aus Schattenmorellen

  • 1 Rote Lauchzwiebel
  • Olivenöl
  • 1 EL Brauner Zucker
  • Prise Salz und Pfeffer
  • 500 g Schattenmorellen entsteint (oder Sauerkirschen)
  • Etwas Gemüsebrühe oder trockener Rotwein
  • 1 Zweig Rosmarin

Die Zwiebel kleinschneiden und in Olivenöl und brauem Zucker glasig dünsten. Früchte dazugeben und mit wenig Flüssigkeit angießen. Es sollte eine wenig flüßige Masse entstehen und ca 20 Minuten köcheln. Dann die Rosmarin-Nadeln abzupfen, sehr klein schneiden und dazugeben.  Noch heiß in Schraubverschlussgläser gefüllt, hält sich das Chutney auch 3 bis 4 Wochen. Wer es gerne mit etwas mehr Pepp haben möchte, kann noch ein kleines Stück Chili-Schote dazu geben!

 

SBRINZ – der Hartkäse mit langer Geschichte

Handgemacht in Kupferkesseln nach einer Schweizer Tradition aus dem 16. Jahrhundert entsteht der Sbrinz vor allem in der Innerschweiz. Eine Liste der ca 30 Alp- und Talkäsereien haben wir im Netz gefunden. Hier könnt Ihr gerne mal klicken und prüfen, ob Ihr vielleicht sogar schon mal auf einer Urlaubsreise dort gewesen seid? 

Sbrinz ist ein extraharter Vollfettkäse, er braucht viel Zeit zum Reifen –  das Mindestalter für diesen Schweizer Käse ist 18 Monate.  Je älter er ist, desto aromatischer und würziger wird er im Geschmack. Die Milch dazu stammt fast ausschließlich vom Braunvieh. Die Kühe fressen im Sommer nur Gras, im Winter Heu – und kein Silofutter oder Futtermittel tierischen Ursprungs.

Variantenreicher Genuss

Eine Variante der Verarbeitung ist, wenn er in kleine Stücke gebrochen wird. Dazu nimmt man am besten den Sbrinz-Möckli-Stecher. Er war bei uns im Chäspäckli mit dabei und tut uns gute Dienste. Auch beim Dekorieren im Salat passen die kleinen gebrochenen Stücke wunderbar!

 

Unsere Lieblingsvariante sind allerdings die sogenannten Sbrinz-Hobelrollen – einfach mit einem Hobel feine Scheiben schneiden und Brote belegen. Unser Fazit: Sbrinz ist ein super leckeres Extra für Pasta, Salat oder einfach so als Snack.

Sbrinz-Käse ist auch in feinen Scheiben gehobelt auf einem frischen Butterbrot ein wahrer Genuss.

Ein Einschub – da aktuell heute ausprobiert:

Fein gerieben ist er ein guter Begleiter für jede Pasta! Und das hat uns dann doch überrascht. Als ausgesprochene Parmesan-Fans waren wir eher zögerlich – doch die feinere Milde des Hartkäses passt sehr sehr gut zu Pastagerichten. Lässt den Soßen Raum für eigenes Aroma und toppt mit seinem Käsegeschmack.

Zu einer perfekten Pasta gehört auch ein guter Käse. Hier verwenden wir Sbrinz aus der Schweiz. Ein Hartkäse ähnlich Parmesan

Appenzeller, der würzigste Käse aus der Schweiz

Es gibt über 7 Sorten des Appenzeller Käses. Uns hat der mild-würzige Appenzeller erreicht. Dieser wird mindestens drei Monaten gelagert und ist wohl eine der bekanntesten Käse aus der Schweiz. Der Halbhartkäse entsteht aus einer naturbelassen Rohmilch, de ihren Ursprung in der Appenzeller Hügellandschaft und ihrem reichhaltigen Kräutergras findet.

Der Appenzeller Käse eigentlich sich auch sehr gut zum Kochen, doch leider hatten wir ihn bei unserem Chäsplättli schon aufgegessen. Ein weiterer Test steht an, doch dann in einem neuen Blog! 🙂

 

Tête de Moine – der Raffinierte!

Dieser Käse ist bei uns seit Jahren „zuhause“. Da er in guten Feinkostläden und Käsetheken in kleinen Röschen gekauft werden kann, haben wir noch nie nein sagen können. Seine tolle Aufmachung und der raffinierte Geschmack begeistern uns schon lange. So war es ein Fest, das wir ein ganzes Stück samt der Girolle, des Käsehobels erhalten haben. Durch die feinen Scheiben, die beim „Kurbeln“ entstehen, vergrößert sich die Oberfläche und das Aroma kann sich entfalten. Eine andere Art des Aufschnitts würden wir gar nicht empfehlen.

 

Tête de Moine, auch Mönchsmütze genannt, ist ein schmackhafter Käse aus der Schweiz

Es ist die Krönung im Salat: Tete de Moine

Tete de Moine passt hervorragend auf frische Salate!

Schweizer Käse auch für den Salat: dafür hatten wir  kräftigen Rucula mit Römersalat gemischt und mit Granatapfel dekoriert. Das Essig-Öl-Dressing hatte einen Löffel Blütenhonig und es ergab sich so eine harmonische Note. Die Käse-Blume aus Tête de Moine war quasi das I-Tüpfelchen darauf. Optisch und auch geschmacklich!

Nicht nur im Sommer ist der Tête de Moine ein schmackhafter Hingucker, wir hatten ihn im letzten Winter auch in unserer Rote-Beete-Suppe. Hier ein Foto davon, erinnert ihr euch? Das Rezept verlinken wir nochmal, solltet Ihr dieses farbenprächtige Hochzeitssüppchen mal ausprobieren wollen.

 

Vacherin Fribourgeois AOP – ein Käse für Fortgeschrittene

Dieser Käse ist ein Highlight für Käsekenner. Weich und vollaromatisch setzt er ein Statement im Chäsplättli. Unsere Freunde waren so begeistert, dass sie sich das kleine Reststück einfach eingepackt haben. So habe ich heute leider kein Foto für euch! :-))

 

Tomme Vaudoise – der kleine, aber feine Weichkäse

Wenn ich einen Favoriten wählen müsste aus diesen 7 tollen Sorten, dann wäre es wohl diese kleine Köstlichkeit. So lecker, dass man wirklich nur ganz kleine Stücke naschen möchte. Und das dafür immer wieder. Ich muss wirklich mal gucken, ob ich das hier bei uns kaufen kann! Sehr sehr lecker!

 

Das Chäsplättli ist in der Schweiz legendär.

 

Uns hat das Blog-Event mit ZORRA und dem Schweizer Käseland sehr viel Spaß gemacht, vor allem aber auch wieder viel Neues aufgezeigt. Käse ist eben nicht gleich Käse und so werden wir in Zukunft schon genauer hinschauen, wenn wir wieder ein  Schweizer „Chäsplättli“ machen.

 

Von uns ein herzliches „En Guete“!!

 

 

 

 

 

 

Latest comments
  • Das sieht nach einer gelungen Chäsparty aus. Und klar Bier darf auch dazu. 😉 Und weisst du was, ich hab jetzt lust auf das belegte Brötli! 😉

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